Schwertberg. Der Fahrzeuglogistiker Hödlmayr International reagiert auf den zunehmenden Preisdruck in der Branche mit einer Ausweitung seines Dienstleistungsangebotes. „Wir haben unsere Aktivitäten im Karosseriebau sowie der individuellen Fahrzeugadaptierung verstärkt und wollen uns so noch stärker vom Mitbewerb absetzen“, sagt Firmenchef Johannes Hödlmayr im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt. Der momentane Preiskampf sei verursacht durch Billiganbieter, die zusammen mit gestiegenen Kosten dafür sorgen, dass in der Branche derzeit kaum etwas zu verdienen sei. Hödlmayr: „Der Transport ist zwar nur ein Teil der Logistik, aber er ist Commodity, und hier stehen wir im totalen Wettbewerb.“
Branche unter Druck
Die Situation sei „paradox“, sagt der Logistiker. „Während im ersten Halbjahr mit 266 Betrieben um 19 Prozent mehr Frächter zusperren mussten als im Jahr davor, stieg zugleich das Transportvolumen, womit Kapazitätsengpässe drohen.“ Seine Firma antworte auch damit, das Auftragsspitzen durch externe Partner abgedeckt werden. Für heuer erwartet Hödlmayr trotz anziehender Konjunktur einen gleich hohen Umsatz wie 2009, als die Gruppe 150 Millionen EUR erwirtschaftete. Grund ist unter anderem, dass das wichtige Marktgebiet Südosteuropa wegen der Finanzkrise „noch immer am Bauch liegt“, wie es Hödlmayr ausdrückt. Freude bereite die Geschäftsbeziehung zur Renault-Tochter Dacia, für die Hödlmayr von Pitesti/Rumänien aus Fahrzeuge in sieben europäische Länder liefert – 80 Prozent davon mit der Bahn. Insgesamt erwartet Hödlmayr, dass heuer rund 750.000 Fahrzeuge von seiner Logistik-Gruppe ausgeliefert werden – gleich viel wie 2009.
2008 – vor der Krise – hatte Hödlmayr noch eine Million Fahrzeuge ausgeliefert. Für den Rückgang sorgte unter anderem der Wegfall von rund 150.000 Fahrzeugen am Standort Graz – dem fünftgrößten in der Gruppe. Größter Standort ist Györ in Ungarn, danach folgt Schwertberg. Das Krisenjahr 2009 wurde laut Hödlmayr auch intensiv genutzt, um die Fahrer weiter zu qualifizieren. Besonderen Wert legt Hödlmayr auf eine ökonomische Fahrweise, die mit 300 EUR Prämie pro Monat belohnt wird. Die Fahrer der rund 500 Hödlmayr-Lkw konnten im Vorjahr rund 500.000 Liter Treibstoff einsparen.
Hödlmayr International ist zu 100 Prozent in Familienbesitz. Die Firma beschäftigt 1200 Mitarbeiter.
|