Damit reduzieren sich nach Angaben von Ford die Standzeiten um ein Fünftel. Die Auslieferung durch TS Transport Service ist 15 Prozent schneller geworden. Der belgische Übernahme-Spediteur holt fabrikneue Ford Fiesta in Köln und Genk ab und verteilt sie an Distributionszentren und Händler.
TS Transport Service meldet Autotransporter, die Neufahrzeuge abholen sollen, online an. Die kostenlose Web-Registrierung ist mit wenigen Klicks erledigt. Anschließend führt der Lkw zum Werk. Dort wird bei der ersten Ankunft ein RFID-Funketikett auf die Windschutzscheibe geklebt, das auch für spätere Abholaufträge genutzt werden kann. Das Etikett wird auf dem Glas angebracht, damit es störungsfrei arbeiten kann.
Sieben Lesegeräte. Die Funksignale des Etiketts werden auf dem Weg des Lkw von der Einfahrt auf das Werkgelände bis zur Ausfahrt von sieben Lesegeräten empfangen. Am ersten Lesepunkt befindet sich ein Kästchen, das der Fahrer vom Führerhaus aus erreichen kann: Hier findet er eine Liste der Autos, die aufgeladen werden. So hat er schwarz auf weiß die Übersicht, aus welchen Neuwagen seine Ladung besteht. Ein elektronischer Wegweiser zeigt ihm anschließend den Weg zu seiner Beladestelle. Der Fahrer wird automatisch über das Gelände geleitet, da bei der Registrierung bereits alle Daten des Fahrzeugs an die Steuerungszentrale weitergegeben wurden. Auf diese Weise wird er informiert, ohne seinen Lkw zu verlassen. Langwierige Anmeldevorgänge und Wartezeiten bei der Ankunft entfallen.
Alle Neufahrzeuge, die ausgeliefert werden sollen, sind ebenfalls mit RFID-Tags ausgestattet. Sie sind so an der Seitenscheibe der Autos aufgebracht, dass sie am Ziel, also beim Händler, problemlos und rückstandsfrei entfernt werden können. Die Tags enthalten alle Informationen zur Verteilung, beispielsweise Fahrzeugnummer, Produktionsdatum und Bestimmungsort. Damit kann das System an allen Lesepunkten überprüfen, ob der Lkw die richtigen Fahrzeuge geladen hat. Lesegeräte und Software sind mit den Anwendungen in den Ford-Werken kompatibel und wurden vom österreichischen RFID-Komplettanbieter 7iD Technologies aufgebaut.
Handarbeit entfällt. Mussten die Mitarbeiter bisher die Pkw über Barcodes Handscannern an den Schnittstellen einzeln mit Handscannern erfassen, lesen nun die aufgestellten Lesegeräte alle Etiketten gleichzeitig. "Und damit beschleunigt sich der komplette Durchlauf', erläutert Erwin Gabriels, Geschäftsführer der TS Transport Service. Das ist vor allem in Köln wichtig, weil dort der Platz auf dem Werkgelände sehr begrenzt ist .
Stimmt etwas nicht, bekommt es der Fahrer sofort angezeigt. Ist alles in Ordnung, kann er abfahren. "Wir erleben hier eine Dreifach-Win-Situation", sagt Gabriels. Der Autohersteller profitiert, da die knapp 2000 Ford Fiesta, die das Werk in Köln täglich verlassen, schneller vom Hof sind. Für den Lkw-Fahrer ist die Arbeit leichter geworden. Und er spart Zeit, was seinem Lenk- und Ruhezeiten-Konto zugute kommt. Zu guter Letzt freut sich der Spediteur, der seine Fahrzeuge effizienter steuern kann. Wie viel Ford für die Umstellung auf die RFID investiert hat, gibt das Unternehmen nicht preis. Der Hersteller will das System aber nach und nach in allen europäischen Werken einsetzen.
HINTERGRUND: TS Transport Service TS Transport Service ist ein Joint venture zwischen Autologic Holdings plc., Großbritannien, und Hödlmayr International AG, Österreich. Das Unternehmen ist als Übernahmeagent für die Ford-Werke in Genk tätig. Die Tochtergesellschaft Transport Service GmbH in Köln arbeitet für Ford seit Januar 2003. Zu den Dienstleistungen gehören Fahrzeugübernahme, Fahrzeugidentifikation, Qualitätskontrolle sowie der Fahrzeugversand.
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