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Verkehrszeitung, 15. August 2008, von Georg Koman


... nach Belieben“. So spricht Johannes Hödlmayr, Obmann der oberösterreichischen WKÖ-Transporteure und Vorsstandssprecher des Automobillogistikers Hödlmayr AG.


Auf Vorwürfe, seine Firma habe sich am Frächterprotest nicht beteiligt, reagiert Johannes Hödlmayr, Chef eines der größten Automobillogistik-Unternehmens Österreichs, empört: „Erstens bin ich am Samstag davor bis spät in die Nacht mit einem zuständigen Sektionsschef zusammengesessen und habe ihm erklärt, dass es vor allem um die jüngste Mineralölsteuererhöhung geht, bei der wir weit über dem EU-Durchschnitt liegen.“ Zweitens hätten Fahrzeuge seines Unternehmens sehr wohl am Protest teilgenommen, dafür gebe es mehr als genug Zeugen.

Warum aber nicht persönlich?
Hödlmayr: „Es war abgemacht, dass Fachgruppenobmann Franz Wolfsgruber Oberösterreichs Frächter anführen soll. Ich bin schließlich auch für andere Branchen verantwortlich.“ Der ausgebildete Berufspilot Hödlmayr spricht neben der Transportwirtschaft auch für Luftfahrt, Seilbahnen, Speditionen etc.
Dementsprechend zieht er einen Vergleich aus der Luftfahrt zur Situation der Frächter heran: „Wenn ein Pilot in voller Montur samt seinen vier Streifen auf dem Sakko auf der Straße erscheint, bewundern ihn alle. Aber was leistet er mehr als der Fahrer eines großen LKW?”

„Fünftes Rad am Wagen“

Hödlmayr weiter: „Die Branche, die täglich Menschen versorgt, gilt als fünftes Rad am Wagen. Aber nicht als Lenkrad.“
Und abgesehen von den Steuern sei es untragbar, dass die Mineralölwirtschaft nach Belieben Preise blitzschnell erhöhe und nur äußerst zögerlich senke. „Das habe die Bundeswettbewerbsbehörde nachgewiesen“, so Hödlmayr. Man fordere daher unter anderem die Rücknahme der MÖSt-Erhöhung.
Hödlmayrs Meinung zur Nachfolge des unerwartet abgetretenen Transporteure-Obmanns Nikolaus Glisic. Niki Glisic war mit Leib und Seele Obmann. Ich verstehe zwar, dass seine Geduld am Ende war, dennoch tut mir sein Abgang Leid.“

Zur Nachfolge möchte sich Hödlmayr nicht wirklich äußern, er nimmt an, dass es einer der beiden Stellvertreter werden wird (Wolfgang Herzer oder Heinz Schierhuber), „wenn sich nicht in letzter Minute jemand anderer hervortut“. Er selbst sei jedenfalls ausgelastet und somit sicher kein Kandidat.

Engagement für Schiene

Bei Hödlmayr engagiert man sich aber nicht nur für die Straße, sondern auch für die Schiene. Hier hat man einen Ganzzug zwischen Neuss bei Düsseldorf (D) und dem Stammsitz in Schwertberg (OÖ) installiert. Einen Ganzzug deshalb, weil beim Einzelwagenverkehr alles zu lange dauere und weil Bahnen nicht in der Lage seien, GPS-Überwachungssysteme bereitzustellen.
Da Hödlmayr in Südosteuropa derzeit am stärksten ist, drängst sich die Frage auf, warum man einen Ganzzug von Deutschland nach Österreich wählt und nicht beispielweise von Ungarn oder Rumänien aus? Johannes Hödlmayr: „Das hat zugegebenermaßen mit der Abhängigkeit von regionalen Trassen zu tun. In Deutschland funktioniert das aus unserer Sicht am einfachsten. Eine Ausweitung steht aber ganz sicher auf unserer Agenda.“



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