 „Jeder gefahrene Kilometer spart Geld“, zieht Johannes Hödlmayr Bilanz nach dem Probebetrieb eines Lkw aus dem Fuhrpark. Das Ergebnis des Einsatzes des 314 PS starken Fahrzeugspezialtransporters mit Biogas-/Erdgasantrieb überzeugte den Vorstandssprecher der HÖDLMAYR INTERNATIONAL AG (HIAG). Nun soll eine erste Tranche von weiteren 15 Lkw auf Biogas/Erdgas (CNG) umgestellt werden.
„Mit dem Projekt ist Hödlmayr nicht nur im Transportsektor vorne, das Unternehmen denkt auch umwelt-, klima- und kostenschonend“, meint Johann Grünberger, Vorstandvorsitzender der OÖ. Ferngas AG. „Solche Projekte fördern wir gerne und stellen zudem unser gesamtes Knowhow im CNG-Bereich zur Verfügung“, so Grünberger weiter. Die OÖ. Ferngas AG unterstützt immer wieder Projekte bei der Umstellung von Fahrzeugflotten auf Erdgas-/Biogasbetrieb. Das oberösterreichische Energieunternehmen ist in Österreich der Pionier auf dem Biogassektor. So speist die OÖ. Ferngas AG als erstes österreichisches Erdgasunternehmen seit 2005 Biogas in sein Leitungsnetz ein.
Biogas kommt direkt vom Bauernhof Die innovative Anlage auf dem Bauernhof der Familie Linsbod in Pucking/Oberösterreich erzeugt Biogas aus der Tierhaltung. Die Gülle von rund 10.000 Hühnern und 50 Schweinen liefert den „Rohstoff“ für die Biogas-Produktion. Aus Hühner- und Schweinemist entsteht so ein wertvoller Energieträger. Biogas wird aus Mist, Gülle, nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Abfällen gewonnen. Durch bereits erprobte Filtertechnik wird das Roh-Biogas zu hochwertigem Biogas bzw. Biotreibstoff – direkt vom Bauernhof - aufbereitet.
Erd- und Biogas schonen die Umwelt Da Erdgas einen geringeren CO2 – Gehalt als Benzin oder Diesel hat und Biogas als Treibstoff gänzlich CO2 neutral ist, ist diese Entwicklung nicht nur kostengünstig, sondern auch umwelt- und klimaschonend. Die Umstellung des Lkw von Hödlmayr auf eine Zumischung von durchschnittlich 50 Prozent Erd- und Biogas zum Diesel zeigt folgendes Ergebnis: bei einer jährlichen Laufleistung von 100.000 Kilometer wird um bis zu 7,81 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen. Die Stickoxid-Reduktion liegt bei 212 Kilogramm, der Ausstoß von Feinstaubpartikeln ist um sieben Kilogramm niedriger. Kohlenwasserstoff wird um 80 Prozent und Kohlenmonoxid um rund 50 Prozent weniger emittiert. „Der Umbau von zehn Lkw verringert die Schadstoffe, die die Umwelt belasten, wesentlich: um 78,1 Tonnen weniger CO2, um 2.120 Kilogramm weniger Stickstoffoxid und 70 Kilo weniger Partikelausstoß pro Jahr“, zeigt Johannes Hödlmayr den Nutzen des Lkw-Umbaus auf Biogas-/Erdgasbetrieb für die Umwelt auf.
„Die Verwendung von Biogas bringt aber auch noch weitere Treibhausgas-Einsparungen, weil die Gülle nicht direkt auf den landwirtschaftlichen Feldern ausgebracht, sondern vor der Ausbringung für die Biogaserzeugung verwendet wird“, ergänzt Johann Grünberger und zeigt den doppelten Nutzen von Biogas auf. „So entspricht die in drei Jahren in Pucking eingespeiste Methanmenge, die sonst aufgrund der direkten Ausbringung auf den Feldern entstehen würde, einem CO2-Äquivalent von rund 100.000 Kilogramm.“, so Grünberger weiter.
Erdgas-Fahrzeuge rechnen sich Der Probebetrieb zeigte auch, dass sich bei einem Mischverhältnis von durchschnittlich 50:50 die Dieselmenge bei einer jährlichen Laufleistung von 100.000 Kilometer von 33.000 Liter Diesel auf rund 16.500 Liter erheblich reduziert. Bei Benzinfahrzeugen kann der Motor gänzlich durch Erd- oder Biogas betrieben werden. Bei den selbstzündenden Dieselmotoren bleibt Dieseltreibstoff zwar weiterhin Zündmittel, je nach der Leistungskurve wird aber das Biogasgemisch der Ansaugluft beigemengt und der Dieselanteil so deutlich zurückgenommen. Je nach Modell und Leistungskurve können bis zu 85 Prozent des Diesels durch CNG ersetzt werden. Das Verfahren dafür stammt aus Amerika. Clean Air Power plc bot 1994 erstmals die Technik an, die es ermöglichte, übliche Dieselmotoren mit einem Gemisch aus Erdgas und Diesel zu betreiben. Diese Technologie wurde weiterentwickelt und wird bereits weltweit eingesetzt.
Die Anschaffung von Biogas-/Erdgasfahrzeugen ist zwar teurer als eine reine Dieselvariante. Die Mehrkosten gleichen sich aber je nach Modell bereits ab einer Laufleistung von 20.000 Kilometer über die günstigen Treibstoffkosten von Erd- oder Biogas aus. Firmenflotten umzurüsten zahlt sich jedenfalls aus.
Infrastruktur und Knowhow bringen Hödlmayr in die Pole Position Hödlmayr hat bereits langjährige Erfahrung bei Um- und Aufbauten von Pkw und Nutzfahrzeugen. Als Logistikunternehmen und durch die zentrale Lage des Konzerns kann Hödlmayr mühelos Großaufträge aus ganz Mittel- und Osteuropa abwickeln. Damit ist erstmals ein österreichisches Unternehmen in der Lage, in großem Umfang Gasumbauten von Pkw über Traktoren, Land-/Baumaschinen, Kleintransportern bis zu Lkw umzusetzen. „Wir sind zuständig für den professionellen Einbau der Technikkomponenten. Außerdem wickeln wir TÜV, Typisierung und Zustelllogistik der Fahrzeuge für den Kunden ab“, sagt Johannes Hödlmayr. Zielgruppen sind Flottenbetreiber sowie Kunden aus dem Business-, Kommunal- und öffentlichen Bereich. Für den Treibstoff sorgen die OÖ. Ferngas AG und ihre 100 Prozent-Vertriebstochter die erdgas oö. Sie bieten - neben den öffentlichen Tankstellen - Betreibern von Fahrzeugflotten die Planung, den Bau, den Anschluss an das Netz, die Wartung und den Betrieb von eigenen Tankstellen am firmeneigenen Gelände an.
OÖ. Ferngas AG bringt CNG-Projekte in Oberösterreich in die Pole Position Neben diesem Service und der ersten Biogaseinspeiseanlage in Pucking sorgte die OÖ. Ferngas AG durch gezielte Kooperationen schon in den vergangenen Jahren für einige Biogas-/Erdgas-Premieren in Oberösterreich. Seit vier Jahren fördert das oberösterreichische Energieunternehmen gemeinsam mit dem Land OÖ und der erdgas oö. den Ankauf von Erdgas-Autos.
2006 kamen mit Unterstützung der OÖ. Ferngas AG das erste erdgasbetriebene Einsatzfahrzeug beim Oö. Roten Kreuz, das erste CNG-Polizeifahrzeug am Landespolizeikommando OÖ sowie das erste umweltfreundliche Postzustellauto zum Einsatz. 2007 gewannen Beppo Harrach und Andreas Schindlbacher die Ostarrichi-Rallye in Oberösterreich und waren damit die weltweit ersten Gesamtsieger einer Rallye mit einem Erdgasauto. 2008 wurde die erste erdgasbetriebene Harley Davidson und der erste CNG-Oldtimer, ein 57er Cadillac Coupé präsentiert. Und schließlich zeigten 2009 die OÖ. Ferngas AG gemeinsam mit Steyr Traktoren auf der Energiesparmesse in Wels den ersten Diesel-Traktor mit CNG-Antrieb. Auch die OÖ. Ferngas-Unternehmensgruppe geht mit gutem Beispiel voran.
Von den derzeit 77 Firmenfahrzeugen fahren bereits 59 mit Erdgas. Gegenüber Benzinfahrzeugen bedeutet das eine Schonung der Umwelt von 67,2 Tonnen weniger CO2, und gegenüber dieselbetriebenen Fahrzeugen von 31,8 Tonnen weniger CO2 pro Jahr. Auch der wirtschaftliche Nutzen ist nicht außer Acht zu lassen. Auf der Preisbasis vom 18. August spart sich die OÖ. Ferngas jährlich 84.400,-- Euro Betankungskosten. „Erdgas/Biogas ist der Kraftstoff der Zukunft: günstig, schadstoffarm und emissionsarm. Mit der gut ausgebauten Tankstelleninfrastruktur ist Erdgas schon jetzt der alternative Kraftstoff mit der besten flächendeckenden Versorgung“, meint Grünberger, selber seit Jahren Besitzer eines erdgasbetriebenen Autos, abschließend.
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